t-online.de-Redakteure erinnern sich

20 Jahre – im schnelllebigen Internetzeitalter eine verdammt lange Zeit. 1995 ging t-online.de online und entwickelte sich seitdem vom reinen Internetprovider zum News-Portal.

Redakteure von t-online.de erinnern sich an Ereignisse, die Deutschland und die Welt bewegten. Sie erzählen vom Start des Internets in Deutschland, wie sie auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 reagierten und mit welchem Tor das Sommermärchen 2006 für sie begann.

1995
1„Die Zeit dafür war reif“:
Aus BTX wird t-online.de

Eine neue Software und der Netscape Navigator sorgen für einen Katapultstart ins Internet:

Es ist der 28. August 1995, als auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin der Startschuss für t-online.de fällt. „Die Zeit dafür war reif“, erzählt Guido Weishaupt, damals Stellvertreter von t-online.de-Chef Eric Danke. „Das Internet war zwar ein Thema. Aber kaum einer hatte es.“ Also bündelt die Telekom unter dem Namen t-online.de den klassischen Bildschirmtext mit einem Internetzugang und einem E-Mail-Dienst zu einem Angebot.

Können Sie sich noch an BTX erinnern? Wir haben ein paar alte Screens für Sie aus dem Archiv geholt

Den damals 850.000 Kunden ermöglicht t-online.de die Nutzung dieser drei Dienste, indem man ihnen eine CD-ROM mit neuer Software schickt. Mit ihr kann der Nutzer am heimischen PC einen Internetzugang einrichten. Daneben enthält die CD den Browser Netscape Navigator 1.0. „Diese CD-ROM bescherte uns einen Katapultstart. Die Kunden waren begeistert“, so Weishaupt. Die Zahl der User steigt rasant. Schon Anfang 1996 sind es eine Million.

1997
2t-online.de vergrößert
sein Informationsangebot

Die Meldungen über Jan Ullrichs Gewinn der Tour de France und den tragischen Tod von Prinzessin Diana werden millionenfach abgerufen.

Immer mehr Internetnutzer wollen sich im World Wide Web über die neuesten Nachrichten informieren. Ab Juli 1997 geht das bei t-online.de ohne den Umweg über BTX – direkt und noch schneller. Parallel dazu vergrößert t-online.de sein Informationsangebot. Und erlebt mit der Berichterstattung über die Tour de France und dem Triumph von Jan Ullrich vom Team Telekom im Juli seinen ersten Höhepunkt.

Ausschnitt aus der Tour de France 1997

Zwölf Redakteure arbeiten 1997 bei t-online.de. Einer von ihnen, Klaus Heimroth, wird am Morgen des 31. August – es ist ein Sonntag - von seinem Chef aus dem Bett geklingelt. „Er erzählte mir ganz aufgeregt, dass Prinzessin Diana tot sei und ich in die Redaktion fahren müsse, um die Meldung zu veröffentlichen“, erinnert er sich. „Ich bin dann mit dem Rad ins Büro und habe den Artikel auf unserer Seite veröffentlicht.“ So finden die User die Meldung über den tragischen Unfalltod von Lady Di auf t-online.de und können sich über die Ereignisse in Paris informieren. Einen Wochenenddienst hat die Redaktion damals noch nicht.

1999
3Online-Spiele
erobern die Bildschirme

Neben News und Shopping steht immer mehr der Spaß beim Surfen im Vordergrund. Bei t-online.de heißt das „Fun & Action“.

Linker Mausklick Schuss. Rechter Mausklick Nachladen. Und das Ganze gegen die Uhr. Ziel: So viele Moorhühner wie möglich abzuschießen. 1999 verbreitet sich ein simples Spiel wie ein Lauffeuer im Internet: die „Moorhuhnjagd“. Als kostenloser Download lässt es Server in die Knie gehen und wird sogar als „Bedrohung für die deutsche Wirtschaft“ angesehen, da sich so viele Büroangestellte damit die Zeit während der Arbeit vertreiben, wie das IT-Magazin „heise online“ schrieb. Nachgewiesen ist das nicht. Aber die Ballerei auf ein Moorhuhn löst eine riesige Games-Welle aus.

Lust auf eine Runde Moorhuhnjagd?

Auch bei t-online.de kann man auf die virtuelle Jagd gehen und so tragen die schrägen Vögel zum weiteren Erfolg der Webseite bei. Unter dem Titel „Fun & Action“ kümmert sich eine eigene Redaktion darum, den Usern stets die heißesten Neuheiten des Online-Spielemarktes zu präsentieren. Später wird mit „t-games – die Show“ eine eigene Webshow produziert, die es 2002 sogar ins Fernsehen schafft – zu NBC-Europe. Weitere Unterhaltungsformate folgen.

2000
4Robert t-online.de
wird geboren

Er ist ein echtes Millenniumsbaby: Im Jahr 2000 erblickt Robert t-online.de das Licht der Welt.

Erschaffen von einer Werbeagentur, ist der große Blonde aber keine komplette Computeranimation – wie vielfach angenommen. Er wird vom Schauspieler Matthias Kostya verkörpert, der für die Aufnahmen seinen Kopf in eine Gummimaske zwängt und seinen Körper mit Elektroden verkabeln lässt. Dutzende Kameras zeichnen seine Gesten und Bewegungen auf. Aus ihnen entsteht dann am Rechner die Werbefigur.

Roberts Markenzeichen: blauer Anzug, gegelte Haare und – na sagen wir mal – ein leichter Hang zur Hyperaktivität. Ab 2001 wird er von der Viva-Moderatorin Enie van de Meiklokjes unterstützt, die sich für ihre Auftritte sogar die Haare magenta färbt. Bis 2003 rühren die beiden die Werbetrommel für t-online.de. Dann heißt es ein letztes Mal: „Danke Robert.“ „Bitte Enie.“ Robert t-online.de darf schon nach drei Jahren in den Ruhestand gehen.

2001
5„Apokalypse
in New York“

Die Terroranschläge vom 11.9.2001 erschüttern die Welt - und die Online-Medien etablieren sich als wichtige Echtzeit-Informationsquellen. Die starke Nachfrage der User lässt viele Webseiten in die Knie gehen. Doch t-online.de hält dem Druck stand.

Fast jeder erinnert sich daran, wo er war oder was er gerade tat, als Terroristen am 11. September 2001 die Terroranschläge auf das World Trade Center verübten. Matthias Winkler ist damals Chef vom Dienst in der Redaktion von t-online.de und erlebt den aufregendsten Tag seiner Berufslaufbahn. Während er im TV die Ereignisse in New York fassungslos verfolgt und die t-online.de-Leser mit den neuesten Entwicklungen versorgt, wird ihm klar, dass dieser Tag die Welt verändert. „Apokalypse in New York“ schreibt er unter das Bild mit den qualmenden Türmen auf der t-online.de-Startseite. Die Stimmung in der Redaktion ist gedrückt: „Wir waren verunsichert und hatten Angst. Passiert auch bei uns was?“

Doch Zeit zum Grübeln bleibt den Redakteuren nicht. Unter der Last des User-Ansturms droht die Seite zusammenzubrechen: „Wir wollten natürlich unbedingt erreichbar bleiben“, so Winkler. „Deshalb haben wir alles andere von der Seite genommen und nur noch 9/11-Themen gemacht.“ Dennoch wird es eng. Das Ächzen der Seite unter der Last ist förmlich zu spüren. Doch der Technik gelingt es, kurzfristig weitere Server bereitzustellen. Die jedoch müssen rund um die Uhr betreut werden.

„Ständig hängten sich Prozesse auf, die dann manuell beendet und neu gestartet werden mussten“, erklärt Helmut Launer, der an jenem Tag als IT-Manager an den Servern arbeitete. An Feierabend war da nicht zu denken. Launer: „Das wurde eine 18-Stunden-Schicht. Nachts um zwei ging‘s für vier Stunden zum Schlafen nach Hause und um sechs Uhr morgens stand ich wieder im Rechenzentrum.“

Doch der Einsatz lohnt sich. Die Leitungen halten dem Druck stand. t-online.de bleibt erreichbar.

2002
6Mit Live-Streams und Live-Chats
ist t-online.de seiner Zeit weit voraus

Die Promis geben sich vor den Kameras von t-online.de ein Stelldichein:

Im Jahr 2002 boomt das Internet in Deutschland. Das Portal t-online.de wird weiter ausgebaut, die Redaktion personell verstärkt. Lange vor Youtube informieren und unterhalten vier Webshows die User. Bekannte Moderatoren wie Sportreporter Jörg Dahlmann oder Ingo Schmoll (MTV) führen durch die Online-Sendungen. Thomas Gottschalk plaudert regelmäßig im Chat mit den t-online.de-Nutzern.

Dass er dabei – wie im Fernsehen – auch zu sehen ist, ist dem Entertainer anfangs gar nicht klar. „Für viele Promis waren diese Live-Video-Chats Neuland, weil wir die ersten waren, die das gemacht haben“, erzählt Rüdiger Fröhlich. Der Redakteur moderiert in dieser Zeit viele Sendungen. Notfalls im Dunkeln, wie mit Eisschnellläuferin Anni Friesinger, bei deren Chat plötzlich das Licht ausfiel. „Ich seh nichts mehr“, oder „Ich habe kein Bild, nur noch Ton“, lauten darauf die Kommentare einiger User. „Aber wir haben einfach weiter gemacht“, so Fröhlich. Unzählige Politiker, Sportler und Popstars, wie Gregor Gysi, Johannes Rau, Sigmar Gabriel, Otto Schily, Rudi Völler, Günther Netzer, Jürgen Klinsmann, Jennifer Lopez, Tom Jones, Sarah Connor oder Die Ärzte geben sich in dieser Zeit die Klinke beim t-online.de-Live-Chat in die Hand.

Die Highlights aus den t-online.de Live-Chats

Dabei lernen die Redakteure auch die Extravaganzen und Eskapaden der VIPs kennen. So verlangte Britney Spears eine Fußmassage, weil ihre Schuhe drückten. Und Ex-Spice-Girl Geri Halliwell flippte im Interview total aus, weil ihr eine Frage zu Robbie Williams gestellt wurde.

„Gottschalk war aber immer total entspannt“, erinnert sich Fröhlich. „Wir haben ständig überzogen, weil er immer noch eine User-Frage mehr beantworten wollte. Das hat ihm richtig Spaß gemacht.

2004
7Miss t-online.de
sorgt für Aufsehen

Nicht nur „Germany’s next Topmodel“, auch Schönheitswettbewerbe begeisterten die Menschen. t-online.de organisierte ab 2004 die Wahl zur „Miss t-online.de“, später „Miss Internet“. Mit Erfolg!

Die schönsten Seiten des Internets – unter diesem Motto veranstaltet t-online.de von 2004 bis 2011 seinen eigenen Schönheitswettbewerb. Tausende junge Frauen bewerben sich. Schließlich winkt der Siegerin die Teilnahme an der Wahl zur „Miss Germany“. Und 2007 gelingt der Coup. „Miss t-online.de“ Nelly Marie Bojahr wird zur „Miss Germany“ gekrönt. 2011 – „Miss t-online.de“ heißt inzwischen „Miss Internet“ – darf sich Tiffany Sachs mit dem Titel „Vize Miss Germany“ schmücken. Heute arbeiten die Siegerinnen des t-online.de-Beauty-Contests als erfolgreiche Models.

Miss t-online.de 2007 Nelly Marie Bojahr gratuliert zum Geburtstag.

2006
8Das Sommermärchen 2006
und t-online.de ist mittendrin

Eine Fußball-WM im eigenen Land – das gibt es nicht alle Jahre und so steht 2006 natürlich ganz im Zeichen dieses großen Sport-Events.

Live-Ticker, Spielanalysen, Reportagen vor Ort und Hintergrundgeschichten – auf den Sportseiten von t-online.de wird der Fußballfan umfassend informiert.

Von den Deutschlandspielen berichtet Patrick Brandenburg. Im Hexenkessel des Dortmunder Westfalenstadions erlebt er das nervenaufreibende 1:0 gegen Polen in der Vorrunde hautnah mit. „Polen hatte einen Spieler wegen Gelb-Roter Karte verloren. Deutschland war drückend überlegen. Hatte in der Schlussphase dutzende hochkarätige Torchancen. Doch der polnische Kasten war wie vernagelt“, erzählt der Sportreporter. In der Nachspielzeit dann die Erlösung: „Der Siegtreffer von Neuville ließ das Stadion explodieren. Für mich war das der Moment, in dem das Sommermärchen wirklich begann.“

Unser Fanreporter Jens Weide mittendrin im Sommermärchen 2006

Zusammen mit Patrick Brandenburg sind 18 Redakteure während der WM rund um die Uhr im Einsatz. Die t-online.de-Leser honorieren diesen Einsatz. 1,7 Millionen besuchen während der WM 2006 die Sportseiten von t-online.de und machen diese zum meistbesuchten Sportportal im deutschsprachigen Internet. Ein echtes Sommermärchen.

2006
9Der erste "Weltraum-Video-Chat"
der Geschichte

„Kann man auf der ISS duschen?“ „Wie laut ist es auf der ISS?“

Diese und noch viele andere Fragen stellen die Leser von t-online.de am 28. November 2006 dem deutschen Astronauten Thomas Reiter, der zum Zeitpunkt des Chats in der Internationalen Raumstation ISS mit 28.000 Kilometern pro Stunde in 400 Kilometern Höhe über der Erde unterwegs ist. Eine Weltpremiere. Denn nie zuvor konnten ganz normale Menschen mit einem Astronauten im Weltall per Video-Live-Chat kommunizieren.

Der erste Weltraumchat mit Thomas Reiter

Möglich gemacht haben das die Europäische Weltraumorganisation ESA und t-online.de. „Wir haben damals Live-Chats mit Politikern, Sportlern und Künstlern gemacht. Warum also nicht mit einem Astronauten im All?“, erzählt der damalige t-online.de-Nachrichtenchef Gerd Weimer. „Technisch ist das nichts anderes. Nur dass das Signal eben aus dem Weltraum kommt.“ Die Verantwortlichen der Europäischen Weltraumorganisation sind von der Idee begeistert.

„Für uns und die User war das ein großes Erlebnis“, erinnert sich Weimer. Das Presseecho auf die Aktion ist riesig. Alle großen Medien berichten über den Weltraum-Chat und zitieren Thomas Reiter, der erzählt, dass man auf der ISS nicht duschen kann, sondern sich mit feuchten Handtüchern wäscht. Und dass der Geräuschpegel in der Raumstation mit Straßenlärm vergleichbar ist und man nur mit Ohrstöpseln schlafen kann.

2008
10Barack Obama erobert
die Herzen der Welt

Am 4. November 2008 schaut die Welt nach Amerika. Schafft es der neue Kandidat mit seinem einfachen wie genialen Slogan „Yes we can“ Oder bleiben die Republikaner an der Macht?

Der Demokrat Barack Obama ist aufgeklärt, scheinbar friedlich, linksliberal und er macht Hoffnung auf tiefgreifende Reformen. Vor allem steht er für ein anderes Amerika, als das der vergangenen acht Jahre.

„Mit Spannung schauten wir nach Washington und warteten auf das Wahlergebnis“, erzählt t-online.de-Redakteur Christian Kreutzer, der die Wahlnacht mit anderen Journalisten, Politikern und Prominenten in der Hauptrepräsentanz der Telekom in Berlin verbringt und von dort berichtet. „Alle fieberten dem Wechsel entgegen. Dann – gegen 5 Uhr morgens – kam endlich die erlösende Gewissheit: Obama ist nicht mehr zu schlagen. Ein unvergleichlicher Jubel brandete auf.“

An Schlafengehen denkt nach dieser nervenzerreißenden Wahlnacht natürlich niemand. Christian Kreutzer zieht es auf die Straßen Berlins, um im morgendlichen Berufsverkehr die Stimmung der Passanten aufzufangen: „Alle waren euphorisch. Die Welt hatte sich erneuert - und alle hatten das Gefühl: ‚Yes we can!‘“

2010
11Der direkte Draht ins Herz
der Unwetterzentrale

Die Wetterredaktion von t-online.de steht für schnelle und kompetente Berichterstattung rund um das Lieblingsthema der Deutschen:

Egal ob gut oder schlecht - über fast nichts unterhalten sich die Deutschen lieber als über das Wetter. Sorgt es gar für Extreme wie Sturm, Starkregen oder Hitze steigen nicht nur Windstärken, Wasserstände und Temperaturen, sondern auch die Zugriffszahlen auf die t-online.de-Startseite. Als Orkan Kyrill im Januar 2007 über Deutschland hinwegfegte, verzeichnete sie erstmals zwölf Millionen Seitenabrufe an einem Tag.

Eine erfahrene Wetterredaktion versorgt bei t-online.de die User mit aktuellen Vorhersagen und Unwetterwarnungen. „Wir haben einen direkten Draht ins Herz der Unwetterzentrale“, sagt Evelyn Bongiorno-Schielke. „Unser Partner MeteoGroup liefert uns rund um die Uhr mit Wetterdaten und hat mit 700 Messstationen ein umfassendes Datennetz.“ t-online.de kann so frühzeitig vor Unwettern warnen.

„Wir wollen damit keine Panik verbreiten. Aber es ist wichtig, die Menschen rechtzeitig zu warnen. Wetter ist ein dynamischer Prozess. Da kann es natürlich Abweichungen geben“, so die Redakteurin.

Wer sich beruflich so sehr mit dem Lieblingsthema der Deutschen beschäftigt, der muss natürlich auch für Freunde und Verwandte den Wetterfrosch spielen. „Ständig werde ich gefragt, wie das Wetter wird“, lacht Evelyn Bongiorno-Schielke. Aber ausgerechnet eine falsche Vorhersage bescherte ihrer Schwester die Liebe des Lebens. „Mein Mann wollte mit seinem Kumpel was unternehmen, aber ich sagte, es soll Gewitter geben, bleibt lieber zu Hause. Dadurch lernte meine Schwester den Kumpel kennen und die beiden verliebten sich“, erzählt sie. Statt eines Blitzes schoss Amors Pfeil vom Himmel. Denn ein Gewitter gab es an diesem Tag dann doch nicht.

2013
12In Echtzeit: Wir bloggen für
und diskutieren mit unseren Usern

Die Leser bei aktuellen Themen immer auf dem neuesten Stand der Entwicklungen halten – das ist in Zeiten von Smartphones und Tablets unerlässlich.

Knapp 600.000 User verfolgen am 6. Oktober 2012 per Handy, Tablet oder Laptop parallel zur ZDF-Show den Liveblog zur ersten „Wetten, dass..?“-Sendung mit Markus Lanz und geben vom Sofa aus ihre Kommentare ab. Eine Resonanz, mit der Redakteurin Birgit Aßmann niemals gerechnet hätte: „Ich war von der riesigen Beteiligung total überrascht. Mein Kollege und ich hatten alle Hände voll zu tun: Die Show verfolgen, bloggen, Kommentare lesen und freigeben. Und dabei ja nichts Wichtiges verpassen.“ Die Betreuung von Liveblogs gehört seitdem zu den Lieblingsaufgaben von Birgit Aßmann: „Da kann ich mit den Usern direkt in Kontakt treten und deren Meinung erfahren.“ Es versteht sich von selbst, dass sie auch die allerletzte Sendung des TV-Dinos im Dezember 2014 bloggt.

Zu einem weiteren Highlight der t-online.de-Liveblog-Geschichte avanciert das Kanzlerduell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück am 1. September 2013. Während sich die beiden Politiker im TV einen Schlagabtausch liefern, analysieren ein Politologe und eine Expertin für Körpersprache das Geschehen im t-online.de-Blog und beantworten die Fragen der User.

Für die Leser bieten solche Blogs neben dem reinen Informationsgehalt einen weiteren Mehrwert. Sie können Fragen stellen, mit den Redakteuren diskutieren und in einen Dialog treten. In speziellen Debattenblogs werden gemeinsam Themen besprochen, die Deutschland bewegen. Vom Kopftuchstreit über das Dschungelcamp bis zur Griechenlandkrise. Und in Expertenchats geben Fachleute Auskunft zu wichtigen Themen wie Gesundheit, Urlaub oder Erziehung.

2014
13Wir sind
Weltmeister

"Mach' ihn! Mach' ihn! Er macht ihn!!!" Es sind diese Worte von Kommentator Tom Bartels, die sich seit dem 13. Juli 2014 unauslöschbar im kollektiven Gedächtnis der deutschen Fußballfans eingenistet haben.

Sie gehören zu Mario Götzes 1:0-Siegtor im WM-Finale gegen Argentinien, wie das legendäre "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt! Tor! Tor! Tor!" von Herbert Zimmermann aus dem Jahr 1954.

Deutschland ist zum vierten Mal Fußballweltmeister. Als erstes europäisches Team auf südamerikanischem Boden. Und hinterlässt neben Götzes Zaubertor einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Weltfußballs: das 7:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien. Der höchste Sieg in einem WM-Halbfinalspiel.

Fußballexperte Thomas Tamberg, der für t-online.de aus Brasilien berichtet, erlebt das Match in Belo Horizonte live. Und traut, wie alle anderen Reporter auch, seinen Augen nicht: „Alle Journalisten auf der Tribüne fragten sich, was passiert hier gerade. Wie ist das einzuordnen? Es wurde ja von Tor zu Tor immer schlimmer.“ Nach 29 Minuten steht es 5:0 für Deutschland. Vier Tore fallen binnen sechs Minuten. „So etwas habe ich beim Fußball noch nie erlebt“, so Tamberg, für den feststeht: „Dieses Spiel steht auf derselben Stufe wie das Wunder von Bern.“

Abseits der Fußballarenen ist für Thomas Tamberg die tägliche Fahrt auf der verrosteten, klapprigen Fähre zu den Pressekonferenzen der Nationalmannschaft ein ganz persönliches WM-Highlight: „Es war ein verrückter Ort der Meditation. Weil all die hektischen und News getriebenen Journalisten für rund eine Stunde zum Müßiggang gezwungen waren. Hier entwickelten sich wunderbare Gespräche und Freundschaften, fernab der Sportberichterstattung und Konkurrenz übergreifend”, erinnert sich Tamberg.

2015
14Was bleibt
ist der Wandel

Die Online-Welt ist weiter im Aufwind, die Nutzung verschiebt sich hin zu Handys & Co.. Klassische Medien wie Zeitungen und TV geraten in Bedrängnis.

Aber auch etablierte Online-Nachrichtenangebote bekommen starke Konkurrenz: Social Media wie z.B. Facebook, neue Blogger und Youtuber, aber auch neue journalistische Angebote verändern die Mediennutzung. Die Online-Redaktionen stehen vor Herausforderungen in der Zukunft, Veränderungen sind jedoch auch immer eine Chance.

Auf Augenhöhe – was wir planen und was Sie erwartet

„In der digitalen Medienwelt überlebt nur, wer sich auf die User einlässt, sie ernst nimmt und sie mit ihren Bedürfnissen da abholt, wo sie sind“, sagt Chefredakteur Axel Schrüfer. „Daher verstehen wir uns gemeinsam mit unseren Lesern als Community, diskutieren mit ihnen und geben Raum für Meinungsbeiträge.“

Internetkosten 1995 – 2015 im Vergleich

„Unser Anspruch ist und bleibt es, unsere Leser mit relevanten News, nutzwertigen Ratgeber-Inhalten sowie Livechats zu wichtigen Themen schnellst- und bestmöglich zu versorgen, egal mit welchem Gerät der Leser zu t-online.de kommt“, so Schrüfer weiter.

„Das Zeitfenster an der Bushaltestelle oder in der Mittagspause ist ein anderes als zu Hause vor dem Rechner, deshalb wollen wir Formate entwickeln, die das Wichtigste auf einen Blick verdichten, sagt Sascha Hornung, ebenfalls Chefredakteur. „Im Kern wollen wir das Angebot von t-online.de konsequent am Interesse der User ausrichten und optimieren. Deshalb ist uns das Feedback unserer Leser nicht nur wichtig, sondern jederzeit willkommen!“

Mitwirkende:

Redaktion & Text: : Lars Schmidt, Arne Henkes, Axel Schrüfer, Sascha Hornung & Nicole Ettl

Design: Elmar Compes & Franziska von Schuttenbach

Programmierung: Tanja Gjurceska

Projektsteuerung: Arne Henkes & Gregor Eberhard

Bildermaterial: dpa, imago, t-online.de, ESA

Video-Material: Stream Team

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